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„Drive for show, putt for dough“ – dieser alte Golfspruch bringt es auf den Punkt: Beim Putten entscheidet sich der Score. Auf einer typischen Runde entfällt ein großer Teil aller Schläge auf das Grün. Wer Dreiputts vermeidet und ab und zu einen längeren Putt einlocht, verbessert sein Ergebnis schneller als mit jedem neuen Driver.
Dieser Ratgeber erklärt die Grundlagen: Griff, Stand, Bewegung, das Lesen des Grüns und die besten Übungen.
Die Puttgriffe
| Griff | So funktioniert er | Vorteil |
|---|---|---|
| Klassisch (Reverse Overlap) | Wie der normale Golfgriff, der Zeigefinger der linken Hand liegt über den Fingern der rechten | Vertraut, bewährt |
| Linke Hand unten (Cross-Handed) | Die linke Hand greift unterhalb der rechten (bei Rechtshändern) | Beruhigt das Handgelenk, Schultern stehen gerader |
| Claw (Kralle) | Die rechte Hand liegt locker wie eine Kralle seitlich am Griff | Nimmt der rechten Hand die Dominanz |
Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ – entscheidend ist ein Griff, mit dem du die Schlagfläche konstant gerade durch den Ball bewegst.
Stand und Ansprechposition
- Augen über dem Ball oder minimal dahinter – so siehst du die Puttlinie unverzerrt.
- Schultern parallel zur Puttlinie.
- Ball leicht links der Mitte des Stands.
- Arme locker hängen lassen, Ellbogen leicht angewinkelt.
Longridge Tour Mirror (Putting-Spiegel)
Ein Putting-Spiegel zeigt sofort, ob Augen und Schultern richtig stehen – eine der effektivsten Hilfen fürs Putttraining.
Das spricht dafür
- Zeigt Augen, Schultern und Putterblatt auf einen Blick
- Drinnen und draußen nutzbar
- Günstig
Gut zu wissen
- Braucht etwas Eingewöhnung
Die Bewegung: Ein Pendel aus den Schultern
- Die Bewegung kommt aus den Schultern, Hände und Handgelenke bleiben ruhig.
- Rück- und Durchschwung sind etwa gleich lang – die Länge bestimmt die Distanz.
- Gleichmäßiges Tempo: nicht abbremsen, nicht beschleunigen – der Putter pendelt durch den Ball.
- Kopf ruhig halten, bis der Ball unterwegs ist. Bei kurzen Putts hilft es, aufs Geräusch des Einlochens zu hören statt dem Ball nachzusehen.
Das Grün lesen
Kaum ein Grün ist völlig flach. Beim Lesen helfen diese Fragen:
- Wo ist der höchste und der tiefste Punkt? Schon beim Anlaufen aufs Grün lässt sich die Neigung oft besser erkennen als direkt am Ball.
- Wie stark bricht der Ball? Hinter den Ball hocken und die Linie zum Loch betrachten – manchmal auch von der anderen Seite.
- Wie schnell ist das Grün? Bergab laufen Putts deutlich schneller, bergauf langsamer. Auch Nässe, frisch gemähtes Gras und Wind beeinflussen das Tempo.
- Wo ist der „Scheitelpunkt“? Bei brechenden Putts auf einen Punkt oberhalb der direkten Linie zielen.
Tempo vor Linie
Bei langen Putts ist das Tempo wichtiger als die exakte Linie. Ein Putt mit richtigem Tempo landet fast immer nah am Loch – auch wenn die Linie nicht perfekt war. Ziel ist, den Ball in einem gedachten Kreis von etwa einem Meter um das Loch zur Ruhe zu bringen.
Die besten Putt-Übungen
- Tor-Übung: Zwei Tees knapp breiter als der Putterkopf auf den Boden stecken und hindurchputten – trainiert einen geraden Treffmoment.
- Uhr-Übung: Bälle in einem Kreis in 1 Meter Abstand ums Loch legen und nacheinander einlochen.
- Leiter-Übung: Putts auf 3, 6 und 9 Meter – jeder Ball soll kurz hinter dem Loch liegen bleiben.
- Ein-Ball-Routine: Mit nur einem Ball üben und jeden Putt wie auf dem Platz vorbereiten.
Zu Hause lässt sich das hervorragend mit einer Puttingmatte trainieren – Modelle im Vergleich in der Puttingmatte-Kaufberatung.
WELLPUTT Puttingmatte Start 2.0 (3 m)
Eine Trainingsmatte, die sich auf gleichmäßiges Rollen und Ausrichtung konzentriert – ideal für Tor- und Leiter-Übungen im Wohnzimmer.
Das spricht dafür
- Zwei Rollgeschwindigkeiten je nach Spielrichtung
- Viele Ausrichtungshilfen
Gut zu wissen
- Kein Loch – bewusst als Trainingsmatte konzipiert
Der richtige Putter
Blade oder Mallet, Länge und Gewicht – der Putter sollte zur eigenen Bewegung passen. Einen ausführlichen Vergleich gibt unsere Putter-Kaufberatung.
Häufige Fragen
Welcher Puttgriff ist der beste?
Es gibt keinen besten Griff. Der klassische Griff ist am weitesten verbreitet, „linke Hand unten“ und der Claw-Griff helfen vielen Golfern, unruhige Handgelenke zu beruhigen. Ausprobieren lohnt sich.
Wie vermeide ich Dreiputts?
Vor allem mit gutem Tempo bei langen Putts. Wer den ersten Putt nah ans Loch bringt, hat einen einfachen zweiten Putt. Die Leiter-Übung ist dafür ideal.
Darf die Fahne beim Putten im Loch bleiben?
Ja, nach den aktuellen Golfregeln ist das erlaubt. Trifft der Ball die Fahne, gibt es keine Strafe.
Fazit
Gutes Putten beruht auf einer ruhigen Pendelbewegung aus den Schultern, Augen über dem Ball und vor allem auf gutem Tempo. Wer das Grün aufmerksam liest und regelmäßig mit Tor-, Uhr- und Leiter-Übung trainiert, spart schnell Schläge. Weiter geht es mit dem kurzen Spiel und dem mentalen Golf.
Titelbild: „Golf putting on green“ von Woodypino, CC0, via Wikimedia Commons (verkleinert)




