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Golfschläger sind eine Anschaffung für viele Jahre – vorausgesetzt, sie werden gepflegt. Saubere Rillen sorgen für mehr Spin, griffige Griffe für einen entspannten Schwung, und wer seine Schläger richtig lagert, verhindert Rost und lose Köpfe.
Die Winterpause ist der ideale Zeitpunkt für einen Pflege-Check. In diesem Ratgeber zeigen wir, wie du deine Schläger reinigst, wann und wie du die Griffe wechselst und worauf du bei der Lagerung achten solltest.
Warum Schlägerpflege wichtig ist
- Saubere Rillen: Die Rillen (Grooves) auf der Schlagfläche von Eisen und Wedges sorgen dafür, dass der Ball Spin bekommt. Sind sie mit Erde und Gras verstopft, fliegt der Ball unkontrollierter – besonders bei nassem Wetter.
- Griffige Griffe: Abgenutzte, glatte Griffe rutschen in der Hand. Unbewusst greift man dann fester zu – und das verkrampft den ganzen Schwung.
- Längere Lebensdauer: Schmutz und Feuchtigkeit fördern Rost an Schäften und Köpfen. Regelmäßige Pflege erhält den Wert der Schläger.
Schläger reinigen: auf der Runde und zu Hause
Auf der Runde
Nach jedem Schlag kurz die Schlagfläche abwischen – das ist auch unter Golfern guter Stil. Dafür reichen ein feuchtes Handtuch am Bag und eine kleine Bürste für die Rillen. Für Eisen und Wedges eignen sich Messingborsten, für Hölzer und Hybride die weicheren Nylonborsten, die den Lack schonen.
Longridge 2-Wege-Golfbürste
Der Klassiker fürs Bag: eine handliche Bürste mit zwei Borstenarten und einem Dorn, der hartnäckigen Schmutz aus den Rillen holt. Mehr braucht es auf der Runde meist nicht.
Das spricht dafür
- Messingborsten für Eisen, Nylonborsten für Hölzer
- Mit Rillenreiniger und Schlüsselring
- Klein und sehr günstig
Gut zu wissen
- Ohne Wassertank
Handy Picks Golf-Wasserbürste mit Handtuch
Praktisch an nassen oder lehmigen Tagen: Ein Druck auf die Pumpe befeuchtet die Bürste, angetrockneter Schmutz löst sich so deutlich leichter. Das Handtuch im Set nimmt die Feuchtigkeit danach auf.
Das spricht dafür
- Wassertank mit Pumpe (laut Hersteller 160 ml)
- Ausziehbarer Clip fürs Bag
- Mikrofaser-Handtuch mit Waffelmuster inklusive
Gut zu wissen
- Tank muss vor der Runde befüllt werden
Titleist Golfhandtuch (dreifach gefaltet)
Ein gutes Handtuch ist das wichtigste Pflegewerkzeug auf der Runde. Tipp: Eine Ecke feucht halten, die andere trocken – so lassen sich Schlägerkopf und Griff gleichzeitig pflegen.
Das spricht dafür
- Saugfähiges Gewebe mit Rippenstruktur
- Schlitz in der Mitte zum Aufhängen am Bag
Gut zu wissen
- Ohne Karabiner
Gründliche Reinigung zu Hause
Alle paar Runden – und vor der Winterpause – haben die Schläger eine gründliche Reinigung verdient:
- Eimer mit lauwarmem Wasser und einem Spritzer mildem Spülmittel vorbereiten.
- Nur die Köpfe der Eisen einige Minuten einweichen. Die Ferrule (der Kunststoffring zwischen Kopf und Schaft) sollte nicht dauerhaft unter Wasser stehen.
- Rillen ausbürsten, Schlagfläche und Rückseite reinigen.
- Hölzer, Hybride und Putter nicht einweichen, sondern mit einem feuchten Tuch abwischen – das schont Lack und Klebestellen.
- Schäfte abwischen und auf Kratzer, Dellen oder Risse prüfen.
- Alles gründlich abtrocknen, bevor die Schläger zurück ins Bag kommen.
Rillen nicht nachschärfen
Im Handel gibt es „Rillenschärfer“, mit denen sich die Grooves nachschneiden lassen. Vorsicht: Die Golfregeln schreiben Form und Maße der Rillen genau vor. Wer nachschärft, riskiert, dass der Schläger nicht mehr regelkonform ist. Zum Reinigen genügen Bürste und Rillenreiniger. Sind die Rillen eines Wedges abgespielt, ist ein neues Wedge die bessere Lösung – Tipps dazu in unserer Wedge-Kaufberatung.
Griffe pflegen und wechseln
Griffe reinigen
Auch Griffe profitieren von einer Wäsche: Hautfett, Sonnencreme und Schmutz machen sie mit der Zeit glatt. Mit lauwarmem Wasser, etwas mildem Spülmittel und einer weichen Bürste oder einem Schwamm abschrubben, mit klarem Wasser abspülen und mit einem Handtuch trocknen. Danach greifen sich Gummigriffe oft spürbar besser an.
Wann ist ein Griffwechsel fällig?
Griffhersteller wie Golf Pride nennen als Faustregel einen Wechsel etwa einmal pro Jahr oder alle 40 Runden. Wer seltener spielt, kann sich an diesen Zeichen orientieren:
- Der Griff fühlt sich hart, glatt oder glänzend an.
- Es zeigen sich Risse oder abgenutzte Stellen, oft dort, wo der Daumen liegt.
- Der Schläger dreht sich in der Hand, obwohl du normal fest greifst.
- Die Griffe sehen nach Saisons in der Sonne ausgeblichen aus.
Die richtige Griffstärke
Griffe gibt es in mehreren Stärken: Undersize, Standard, Midsize und Jumbo. Als grobe Orientierung dient die Handschuhgröße – wer große Hände hat oder zu Gelenkbeschwerden neigt, fühlt sich mit Midsize-Griffen oft wohler. Mit zusätzlichen Lagen Klebeband unter dem Griff lässt sich die Stärke außerdem fein anpassen. Im Zweifel hilft der Pro im Club bei der Auswahl. Wie du die richtige Handschuhgröße ermittelst, erklärt unser Golfhandschuh-Ratgeber.
Golf Pride MCC Plus4 Align (Midsize)
Ein beliebter Allround-Griff: Der Cord-Anteil oben sorgt bei Nässe für Halt, der Gummi-Teil unten für ein weiches Gefühl. Die fühlbare Rippe auf der Unterseite hilft, die Hände jedes Mal gleich zu positionieren.
Das spricht dafür
- Halb-Cord-Griff: oben Cord, unten weicheres Gummi
- Erhöhte Rippe (Align) für gleichmäßige Handposition
- Midsize-Stärke
Gut zu wissen
- Pro Schläger ein Griff – für den ganzen Satz entsprechend mehrere nötig
Griffe selbst wechseln: Schritt für Schritt
Mit dem richtigen Werkzeug ist ein Griffwechsel kein Hexenwerk. Du brauchst einen Schraubstock mit Gummi-Klemmbacke, eine Hakenklinge, doppelseitiges Griffband und Grifflösungsmittel. Komplett-Sets enthalten alles außer dem Schraubstock selbst.
- Schläger einspannen: Den Schaft mit der Gummi-Klemme in den Schraubstock spannen – nie direkt mit den Metallbacken, besonders nicht bei Graphitschäften.
- Alten Griff aufschneiden: Mit der Hakenklinge der Länge nach aufschneiden, immer vom Körper weg schneiden.
- Altes Klebeband entfernen: Reste gründlich abziehen, bis der Schaft sauber ist.
- Neues Band aufkleben: Doppelseitiges Griffband längs auf den Schaft kleben, etwas überstehen lassen und das Ende in den Schaft drücken.
- Lösungsmittel einfüllen: Einen Schuss in den neuen Griff geben, das Griffende zuhalten, schütteln und über dem Band ausgießen.
- Griff aufschieben: Zügig bis zum Anschlag auf den Schaft schieben und das Logo bzw. die Ausrichtungshilfe gerade ausrichten.
- Trocknen lassen: Je nach Lösungsmittel einige Stunden – die Angaben des Herstellers beachten.
Wedge Guys Griffwechsel-Set
Ein umfangreiches Set für alle, die regelmäßig selbst neu griffen – oder gleich die Schläger von Partner oder Freunden mit erledigen.
Das spricht dafür
- Hakenklinge, Lösungsmittel, Gummi-Klemme und Bandentferner
- Laut Hersteller 30 Klebestreifen – reicht für zwei Sätze
- Nicht brennbares Lösungsmittel
Gut zu wissen
- Schraubstock nicht enthalten
SAPLIZE Griffwechsel-Set
Die günstigere Alternative mit allem, was für einen kompletten Schlägersatz nötig ist.
Das spricht dafür
- 15 Klebestreifen, Lösungsmittel, Hakenklinge und Klemme
- Günstiger Einstieg
Gut zu wissen
- Schraubstock nicht enthalten
Lieber machen lassen?
Wer keinen Schraubstock hat oder sich unsicher ist, lässt die Griffe beim Pro im Club oder im Fachhandel montieren. Das kostet meist nur wenig mehr als die Griffe selbst – und der Profi prüft bei der Gelegenheit gleich die Schäfte.
Lagerung über den Winter
- Trocken und temperiert lagern: Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit fördern Rost, der Dachboden mit großen Temperaturschwankungen schadet Griffen und Klebestellen.
- Nicht im Auto lassen: Im Sommer wird der Kofferraum sehr heiß, das kann Griffe und den Kleber zwischen Kopf und Schaft angreifen. Im Winter sammelt sich Feuchtigkeit.
- Nasse Schläger auspacken: Nach einer Regenrunde Schläger und Bag vollständig trocknen lassen, bevor alles verstaut wird. Mehr zum Spiel bei Nässe im Ratgeber Golf bei Regen und Wind.
- Schlägerhauben nutzen: Hauben schützen Driver, Hölzer und Putter vor Kratzern – unsere Übersicht der Golf-Schlägerhauben zeigt, welche es gibt.
- Kurz-Check vor dem Saisonstart: Sitzen alle Köpfe fest? Sind Ferrulen verrutscht? Klappert etwas im Schaft? Dann ab zum Pro.
Wer auch im Winter spielt, findet passende Ausrüstung im Ratgeber Wintergolf-Ausrüstung.
Griffe und Pflegezubehör aus dem Golf-Fachhandel
Unser Partner All4Golf führt Griffe der großen Marken und Zubehör für den Griffwechsel. Wer dort einen neuen Schläger kauft, kann den Wunschgriff laut Shop auch gleich in der hauseigenen Werkstatt montieren lassen.
Golf Pride Tour Velvet 360
Der Tour Velvet gehört zu den bekanntesten Golfgriffen überhaupt. Die 360-Version sieht in jeder Position gleich aus – praktisch bei Schlägern mit verstellbarem Hosel.
Das spricht dafür
- Gummigriff mit bewährter Tour-Velvet-Textur
- 360-Grad-Design – ideal für verstellbare Driver und Hölzer
Gut zu wissen
- Ohne Cord – bei Nässe weniger griffig als Cord-Griffe
Golf Pride Multi Compound Cord Plus4
Für Golfer, die auch bei Regen und Schwitzen einen sicheren Halt wollen. Die Plus4-Ausführung soll den Druck der unteren Hand reduzieren.
Das spricht dafür
- Oben Cord für Halt bei Nässe, unten weiches Gummi
- Plus4: unterer Griffbereich etwas dicker
Gut zu wissen
- Cord fühlt sich rauer an
Golf Pride Pro Only Cord (Puttergriff)
Auch Puttergriffe nutzen sich ab. Ein neuer Griff kann das Gefühl auf dem Grün spürbar verändern – Tipps rund ums Putten gibt unser Ratgeber Putten lernen.
Das spricht dafür
- Gebürstete Baumwollkordel für festen Halt
- Direktes Feedback beim Putten
Gut zu wissen
- Festeres Gefühl als weiche Puttergriffe
Brampton Premium Griffwechsel-Kit
Das Komplettpaket für den Griffwechsel in der eigenen Werkstatt – passend zu den Griffen aus demselben Shop.
Das spricht dafür
- Grifflösungsmittel, Klebeband und Werkzeug im Set
- Laut Hersteller ohne aggressive Chemikalien
Gut zu wissen
- Schraubstock separat nötig
Masters 3-in-1 Multi Cleaner
Passt in jede Hosentasche und ist damit auf der Runde immer griffbereit.
Das spricht dafür
- Messing- und Nylonbürste plus Rillenreiniger
- Sehr klein (laut Hersteller 5 × 3 cm)
Gut zu wissen
- Für gründliche Reinigung zu Hause zu klein
Häufige Fragen
Wie oft sollte man Golfschläger reinigen?
Die Schlagfläche am besten nach jedem Schlag kurz abwischen. Eine gründliche Reinigung mit Wasser und Bürste lohnt sich alle paar Runden und auf jeden Fall vor der Winterpause.
Wie oft sollte man die Griffe wechseln?
Als Faustregel gilt etwa einmal im Jahr oder alle 40 Runden. Spätestens wenn der Griff hart, glatt oder rissig ist oder der Schläger in der Hand rutscht, ist ein Wechsel fällig.
Kann man Golfgriffe selbst wechseln?
Ja. Mit Schraubstock, Gummi-Klemme, Hakenklinge, doppelseitigem Griffband und Lösungsmittel gelingt der Wechsel auch Hobby-Golfern. Komplett-Sets enthalten alles außer dem Schraubstock.
Darf man Golfschläger in Wasser einweichen?
Nur die Köpfe von Eisen und Wedges, und auch das nur kurz in lauwarmem Wasser. Hölzer, Hybride und Putter besser nur feucht abwischen, Griffe separat reinigen.
Wo lagert man Golfschläger im Winter?
Trocken und bei möglichst gleichmäßiger Temperatur, also nicht im feuchten Keller, auf dem Dachboden oder im Auto. Vorher reinigen und vollständig trocknen lassen.
Fazit
Gute Schlägerpflege kostet wenig Zeit: Schlagfläche nach jedem Schlag abwischen, die Schläger alle paar Runden gründlich reinigen und die Griffe etwa einmal im Jahr wechseln – selbst oder beim Pro. Dazu eine trockene Lagerung über den Winter, und die Schläger halten viele Saisons. Wer jemandem eine Freude machen möchte: Ein gutes Handtuch, eine Wasserbürste oder ein Satz neuer Griffe sind praktische kleine Golf-Geschenke.
Titelbild: „Golfing iron and ball“ von 27707, CC0, via Wikimedia Commons (verkleinert)












