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Der Ball startet vielversprechend – und biegt dann unaufhaltsam nach rechts ab, ins Rough, in die Bäume oder ins Aus. Der Slice ist der häufigste Schwungfehler im Freizeitgolf. Sein Gegenstück, der Hook, lässt den Ball stark nach links drehen und plagt eher fortgeschrittene Spieler.
Dieser Ratgeber erklärt, warum der Ball Kurven fliegt, woran du die Ursache erkennst und mit welchen Übungen du geradere Schläge spielst. Die Beschreibungen gelten für Rechtshänder – bei Linkshändern ist alles gespiegelt.
Warum fliegt der Ball eine Kurve?
Die Flugkurve entsteht vor allem durch zwei Faktoren im Treffmoment:
- Die Stellung der Schlagfläche: Sie bestimmt maßgeblich, in welche Richtung der Ball startet.
- Die Schwungbahn: Die Richtung, in die sich der Schlägerkopf bewegt.
Zeigt die Schlagfläche im Verhältnis zur Schwungbahn nach rechts (offen), bekommt der Ball einen Seitwärtsdrall und dreht nach rechts – ein Slice. Zeigt sie nach links (geschlossen), dreht er nach links – ein Hook. Leichte, kontrollierte Kurven heißen Fade (rechts) und Draw (links) und sind durchaus erwünscht.
Typische Ursachen für einen Slice
- Zu „schwacher“ Griff: Die Hände sind zu weit nach links gedreht, die Schlagfläche bleibt im Treffmoment offen.
- Schwungbahn „von außen nach innen“: Der Schläger kommt im Abschwung von außen an den Ball und zieht quer über ihn nach links.
- Ausrichtung nach links: Wer den Slice schon kennt, richtet sich oft links aus – und verstärkt damit die Bahn von außen.
- Oberkörper startet den Abschwung: Schultern und Arme übernehmen, bevor die Hüfte dreht.
- Verkrampfter Griff: Die Hände können die Schlagfläche nicht rechtzeitig schließen.
Typische Ursachen für einen Hook
- Zu „starker“ Griff: Die Hände sind zu weit nach rechts gedreht, die Schlagfläche schließt zu früh.
- Schwungbahn stark „von innen nach außen“.
- Zu aktive Hände im Treffmoment.
Kurz-Diagnose
Startet der Ball links und dreht dann nach rechts, liegt es meist an der Schwungbahn von außen. Startet er gerade oder rechts und dreht weiter nach rechts, ist vor allem die Schlagfläche offen. Ein Golflehrer oder ein Launch Monitor kann Schwungbahn und Schlagflächenstellung genau messen.
Übungen gegen den Slice
- Griff prüfen: Beim Blick nach unten sollten an der linken Hand zwei bis drei Knöchel sichtbar sein. Die V-Form zwischen Daumen und Zeigefinger beider Hände zeigt etwa zur rechten Schulter.
- Ausrichtung mit Stäben: Zwei Ausrichtungsstäbe parallel zur Ziellinie auf den Boden legen – einen für die Füße, einen für die Schlagfläche.
- Hindernis außen: Ein Headcover oder eine leere Ballschachtel etwas außerhalb und vor dem Ball platzieren. Wer von außen schwingt, trifft das Hindernis – der Schwung muss von innen kommen.
- Unterarme rotieren lassen: Halbe Schwünge, bei denen die Schlagfläche im Durchschwung bewusst „umdreht“ und die Spitze nach oben zeigt.
- Abschwung mit der Hüfte beginnen: Langsame Schwünge, bei denen zuerst die Hüfte zum Ziel dreht.
Longridge Tour Rodz Ausrichtungsstäbe
Ausrichtungsstäbe sind das wichtigste Hilfsmittel gegen den Slice: Sie zeigen sofort, ob Füße, Schultern und Schlagfläche wirklich zum Ziel zeigen. Weitere Hilfen bei den Golf-Trainingshilfen.
Das spricht dafür
- Für Ausrichtung, Ballposition und Schwungebene
- Viele Übungen möglich
- Günstig, passen in jedes Bag
Gut zu wissen
- Sehen unspektakulär aus
Übungen gegen den Hook
- Griff neutraler machen: Die Hände etwas nach links drehen, bis nur noch zwei Knöchel der linken Hand sichtbar sind.
- Ruhigere Hände: Den Körper durch den Ball drehen lassen, statt mit den Händen zu „rollen“.
- Ausrichtung kontrollieren: Oft ist man beim Hook zu weit nach rechts ausgerichtet.
Kurzfristige Hilfen auf der Runde
Bis der Schwung korrigiert ist, helfen ein paar Tricks:
- Den Slice einplanen: Etwas weiter links zielen, statt gegen den Fehler anzukämpfen.
- Mehr Loft: Mit einem Holz oder Hybrid statt dem Driver fällt die Kurve meist schwächer aus – mehr dazu bei Hybrid & Fairwayholz.
- Driver mit Draw-Einstellung: Viele moderne Driver lassen sich so einstellen, dass sie einem Slice entgegenwirken – siehe Driver-Kaufberatung.
- Tempo rausnehmen: Ein ruhigerer Schwung hilft oft mehr als jeder technische Gedanke.
Häufige Fragen
Warum slice ich nur mit dem Driver?
Der Driver hat den geringsten Loft. Dadurch wirkt sich eine offene Schlagfläche stärker als Seitwärtsdrall aus. Mit kürzeren Schlägern fliegt der Ball höher und dreht weniger stark zur Seite.
Was ist der Unterschied zwischen Slice und Fade?
Beide drehen nach rechts (bei Rechtshändern). Der Fade ist eine leichte, kontrollierte Kurve, der Slice eine starke, meist ungewollte.
Kann ich einen Slice ohne Trainer beheben?
Oft lassen sich Griff und Ausrichtung selbst korrigieren. Bei Schwungbahn-Problemen hilft ein Golflehrer, weil er die genaue Ursache schnell erkennt.
Fazit
Slice und Hook entstehen durch das Zusammenspiel von Schlagfläche und Schwungbahn. Beim Slice lohnt sich zuerst der Blick auf Griff und Ausrichtung – danach helfen Übungen für eine Schwungbahn von innen. Die Grundlagen stehen in unseren Golfschwung-Grundlagen, die Fachbegriffe im Golf-Glossar.
Titelbild: „Golf ball with white tee in grass“ von Santeri Viinamäki, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (verkleinert)



