Golfschwung-Grundlagen: Griff, Stand und Schwung einfach erklärt

GolfwissenAktualisiert am 4 Min. Lesezeitvon der Redaktion

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Der Golfschwung gilt als eine der anspruchsvollsten Bewegungen im Sport – kein Wunder, dass Golfer ein Leben lang daran feilen. Die gute Nachricht: Die Grundlagen sind überschaubar. Wer Griff, Stand und Ausrichtung richtig aufbaut, hat schon die halbe Miete.

Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Grundlagen des Golfschwungs verständlich. Er ersetzt keine Trainerstunde – ein Golflehrer sieht Fehler, die man selbst nicht bemerkt. Aber er hilft, zu verstehen, worauf es ankommt. Die Beschreibungen gelten für Rechtshänder; Linkshänder spiegeln sie einfach.

Der Griff: Die einzige Verbindung zum Schläger

Der Griff entscheidet maßgeblich darüber, wie die Schlagfläche den Ball trifft. Es gibt drei gängige Griffarten:

GriffSo funktioniert erFür wen?
Overlapping (Vardon-Griff)Der kleine Finger der rechten Hand liegt auf dem Zwischenraum von Zeige- und Mittelfinger der linken HandDer verbreitetste Griff, vor allem bei größeren Händen
InterlockingKleiner Finger rechts und Zeigefinger links sind ineinander verhaktBeliebt bei kleineren Händen
Baseball-Griff (10-Finger)Alle zehn Finger liegen am Griff, ohne VerbindungFür Kinder, Einsteiger und Golfer mit wenig Kraft in den Händen

Wichtiger als die Griffart sind zwei Punkte:

  • Den Schläger eher in den Fingern als in der Handfläche halten – das ermöglicht ein aktives Handgelenk.
  • Griffdruck locker halten: Auf einer Skala von 1 bis 10 etwa bei 4 bis 5. Wer zu fest zupackt, verspannt Unterarme und Schultern.

Stand und Ansprechposition

  • Standbreite: Bei mittleren Eisen etwa schulterbreit, beim Driver etwas breiter, bei kurzen Schlägen schmaler.
  • Haltung: Aus der Hüfte nach vorne neigen, Rücken gerade, Knie leicht gebeugt. Die Arme hängen locker nach unten.
  • Gewicht: Gleichmäßig auf beiden Füßen, eher auf den Fußballen als auf den Fersen.
  • Ballposition: Beim Driver vorne (etwa auf Höhe der linken Ferse), bei mittleren Eisen etwa in der Mitte des Stands, bei kurzen Eisen und Wedges eher mittig bis leicht dahinter.

Ausrichtung: Parallel zur Ziellinie

Viele Fehlschläge entstehen, bevor der Schwung überhaupt beginnt – durch falsche Ausrichtung. Die Faustregel: Füße, Knie, Hüfte und Schultern verlaufen parallel zur Ziellinie, die Schlagfläche zeigt direkt aufs Ziel. Man kann sich das wie Eisenbahnschienen vorstellen: Der Ball liegt auf der äußeren, der Körper steht auf der inneren Schiene.

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Der Schwungablauf

  1. Rückschwung: Schultern und Oberkörper drehen sich vom Ziel weg, die Arme folgen. Das Gewicht verlagert sich leicht auf den rechten Fuß. Am Ende des Rückschwungs zeigt der Rücken ungefähr zum Ziel.
  2. Übergang: Der Abschwung beginnt mit dem Unterkörper – die Hüfte dreht zum Ziel, bevor die Arme folgen. Hier entscheidet sich viel über Tempo und Treffmoment.
  3. Treffmoment: Die Hände sind bei Eisenschlägen leicht vor dem Ball, das Gewicht verlagert sich auf den linken Fuß. Mit Eisen trifft man den Ball in einer leicht abwärts gerichteten Bewegung – das Divot entsteht nach dem Ball.
  4. Durchschwung und Finish: Der Körper dreht vollständig zum Ziel, das Gewicht liegt fast komplett auf dem linken Fuß, die rechte Ferse ist angehoben. Ein ausbalanciertes Finish ist ein gutes Zeichen für einen gelungenen Schwung.

Tempo schlägt Kraft

Einsteiger versuchen oft, den Ball mit Kraft weit zu schlagen – und verlieren dabei Rhythmus und Treffmoment. Ein ruhiger, gleichmäßiger Schwung mit sauberem Treffen bringt fast immer mehr Länge als ein harter Schlag.

Die häufigsten Fehler

  • Slice: Der Ball dreht stark nach rechts. Häufige Ursachen sind eine offene Schlagfläche im Treffmoment und eine Schwungbahn „von außen nach innen“. Griff und Ausrichtung prüfen!
  • Toppen: Der Ball wird oben getroffen und rollt flach davon – oft, weil sich der Oberkörper im Schwung aufrichtet.
  • Fetter Schlag: Der Schläger trifft zuerst den Boden. Häufig bleibt das Gewicht zu lange auf dem hinteren Fuß.
  • Zu fester Griff: Verspannte Arme machen den Schwung hektisch.
  • Kopf zu früh heben: Wer dem Ball zu früh nachschaut, verändert die Haltung im Treffmoment.

So übst du richtig

  • Kurze Schwünge zuerst: Halbe Schwünge mit einem kurzen Eisen trainieren Treffmoment und Rhythmus besser als volle Driver-Schläge.
  • Mit Ziel üben: Auf der Range immer ein konkretes Ziel wählen und die Ausrichtung prüfen.
  • Lieber oft und kurz: Regelmäßiges Training bringt mehr als seltene Marathon-Einheiten.
  • Zu Hause weitermachen: Schwung- und Tempotrainer lassen sich auch ohne Ball nutzen – mehr im Ratgeber Golf-Training zu Hause.
  • Trainerstunden nehmen: Gerade am Anfang verhindert ein Pro, dass sich Fehler einschleifen.

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Häufige Fragen

Welcher Griff ist der richtige für Einsteiger?

Das hängt von Handgröße und Gefühl ab. Der Overlapping-Griff ist am weitesten verbreitet, der Interlocking-Griff eignet sich gut bei kleineren Händen, der Baseball-Griff bei wenig Kraft in den Händen. Am besten mit dem Golflehrer ausprobieren.

Warum slice ich den Ball?

Meist trifft eine offene Schlagfläche den Ball auf einer Schwungbahn von außen nach innen. Häufige Ursachen sind ein zu schwacher Griff und eine nach links ausgerichtete Schulterlinie. Ein Golflehrer kann die genaue Ursache schnell erkennen.

Wie lange dauert es, einen guten Golfschwung zu lernen?

Die Grundlagen lernt man in einigen Wochen, einen konstanten Schwung entwickeln die meisten Golfer über mehrere Saisons. Regelmäßiges Üben und Trainerstunden beschleunigen den Fortschritt deutlich.

Fazit

Ein guter Golfschwung beginnt vor der ersten Bewegung: mit einem lockeren Griff, einem stabilen Stand und einer Ausrichtung parallel zur Ziellinie. Im Schwung selbst gilt: Tempo vor Kraft. Wer die Grundlagen verinnerlicht und regelmäßig übt, macht schnell Fortschritte. Den Weg zum Golf beschreibt unser Ratgeber Golf lernen, die passenden Begriffe erklärt das Golf-Glossar. Rund ums Grün geht es weiter mit Chippen & Pitchen, Bunkerschlägen und Putten lernen. Wenn der Ball Kurven fliegt, hilft der Ratgeber Slice und Hook beheben.

Titelbild: „Illustration of golf grip and fingers“ von Bobjgalindo, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons (verkleinert)

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